Sonntag, 6. August 2017

Dead or Alive, die Geschichte wie man ein gutes Spiel kaputt Updaten kann


In meinem Artikel über Fighting Games hatte ich ja schonmal erwähnt, dass bei den 3D Vertretern die Dead or Alive (DoA) Reihe mein absoluter Favorit ist, seit dem ich den zweiten Teil Anno 2000 auf der Dreamcast eines Kumpels gezockt hatte.

Um darlegen zu können, warum ich finde, dass die Reihe durch diverse Updates kaputt gemacht wurde, muss ich einen kleinen Exkurs in die Geschichte des Spiels machen.

Dead or Alive
Der erste Teil erschien 1996 in den Arcades und war prinzipiell ein Virtua Fighter 2 Klon, jedoch mit zwei entscheidenden Unterschieden. Zum einen war es hier möglich, die Angriffe des Gegners zu kontern, was die Kämpfe natürlich deutlich dynamischer gestaltete, zum anderen gab es das sog. Bouncing Breasts Feature, wobei die Brüste der weiblichen Kämpfer während des Kämpfes (unrealistisch) auf- und abwippen.

Man kann nicht genau sagen, was den Erfolg des Spiels nun genau ausmachte, die wackelnden Brüste, oder das geniale Kontersystem, aber beide Elemente sollten zu einem Markenzeichen der Reihe werden, das eine nur leider mehr, als das andere.

Dead or Alive 2
Jedenfalls folgten aufgrund des Erfolges Portierungen für Segas Saturn (1997) und Sonys PlayStation (1998) und 1999 brachte der Entwickler Tecmo bereits den Nachfolger DoA 2 in die Spielhallen.
Und während der Vorgänger zwar in den Arcades erfolgreich war, sich auf den Konsolen jedoch hinter Virtua Fighter und Tekken anstellen musste, war es der zweite Teil, der der Reihe den endgültigen Durchbruch brachte.

Das lag an mehreren Faktoren. Zum einen der zur damaligen Zeit sehr guten Grafik, als auch des nochmals verfeinerten Kampfsystems, aber natürlich auch an den Neuerungen im Genre wie Stages die über mehrere Ebenen gingen und interaktiv waren (zwar hatte auch Mortal Kombat 3 aus dem Jahre 1995 dies, aber in deutlich simplerer Variante), den Tag Team Kämpfen, sowie der Möglichkeit mehrere Kostüme freizuspielen und somit die Charaktere unterschiedlich einkleiden zu können.
Die wippenden Brüste waren zwar immer noch da, aber sie waren es jetzt nicht mehr, was das Spiel dominierte, sondern tatsächlich das restliche Drumherum.
Wie gesagt folgten dann im Jahr 2000 Portierungen für Segas Dreamcast, durch die meine Liebe zur Reihe begann und Sonys PlayStation 2, die dann auch mein erstes Spiel für diese Konsole war, als ich mir diese 2001 holte.

Dead or Alive 3
Es sollte dann zwei Jahre dauern, ehe der dritte Teil 2002 für Microsofts XBox erschien und zwar dieses mal exklusiv für diese Konsole. Da ich jedoch nicht das Geld für noch eine zweite Konsole hatte, kam ich leider nur immer in den Genuss des Spiels, wenn ich mal in der Stadt im ProMarkt war, wo man es an einer der Austellungskonsolen spielen konnte.
Und Genuss trifft es, denn es verfeinerte das System und die Grafik des Vorgängers nochmal, brachte neue interessante Charaktere und hatte noch mehr Freispielbares zu bieten.

DoA Xtreme Beach Volleyball
Der erste Schritt zum Niedergang der Reihe kam dann 2003 mit dem Spin-Off
DoA Xtreme Beach Volleyball, ebenfalls exklusiv für die erste XBox.
Das Spiel war, wie der Name schon sagt, ein Beach Volleyball Spiel, in welchem man mit den weiblichen Kämpferinnen der Reihe spielen kann. Das ist zwar im Prinzip schon albern, aber noch nicht so schlimm. Jedoch begann es hier erstmals verstärkt, dass die Kämpferinnen zu männlichen Lustobjekten degradiert wurden, indem man verschiedenen Badeanzüge und Bikinis für sie
Spectator Mode
freispielen konnte, wobei bei manchen die Charaktere fast nackt waren und man diese anschließend in einem Beobachtungsmodus begutachten konnte, mit drehen und Zoom inklusive.
Die DoA Reihe, die natürlich vorher schon für das Bouncing Breast Feature bekannt war, bekam damit nun endgültig den Perv-Stempel aufgedrückt.

Die Reihe bekam mit Ninja Gaiden (NG) im Jahr 2004 ein weiteres Spin-Off für die XBox, wobei das eigentlich nicht richtig ist, denn im Prinzip könnte man DoA als Spin-Off vom ersten NG, das 1988 für diverse Konsolen erschien, bezeichnen, da sich beide ein Serien-Universum teilen und daher in beiden der Ninja Ryu Hayabusa vorkommt, als auch später weitere Charaktere in beiden Reihen auftreten.
Ninja Gaiden
Da jedoch die Reihe mit dem 2004er ein Reboot erhielt, kann man es schon irgendwie als DoA Spin-Off sehen.
NG war dabei ein 3D Actiongame, das bockschwer (wenn auch nicht so schwer, wie sein 1988er Vorgänger) und sehr brutal war, aber auch richtig gut.
Das brachte dem Ruf von DoA aber nur teilweise was, da nicht allen bewusst war, dass beide Reihen zusammengehörten.
Und da NG wie gesagt eine eigene Reihe ist, werd ich darauf auch nicht weiter eingehen.

DoA Ultimate
2005 erschien dann für die XBox DoA Ultimate, in welchem sich das erste DoA, als auch eine verbesserte Version von DoA 2 befand.
Die Version von DoA 2 hatte als Bonus-Char hier noch Hitomi aus DoA 3 dabei, sowie viele, wirklich viele freispielbare Kostüme. Auch erstmalig Badeanzüge für die weiblichen Kämpferinnen.
Das Spiel war ansonsten gut und die Badeanzüge waren nicht das dominante, doch die Zementierung als Spiel für notgeile Nerds wurde damit nur weiter vorangetrieben.

Ein Jahr darauf im Jahr 2006 schien es, als wolle Tecmo doch wieder weg von diesem Image, als DoA 4 für Microsofts neue Konsole die XBox360 erschien. Weg waren die Badeanzüge und
Dead or Alive 4
das Augenmerk wurde wieder auf solides, erneut verbessertes Gameplay (but still with Bouncing Breasts off course) gelegt, in welchem man u.a. nun auch am Boden liegende Gegner angreifen konnte.
Das Spiel bestach dabei in erster Linie durch seine sehr schöne Grafik, war ansonsten aber kein wirklicher Fortschritt zu den Vorgängern.

DoA 4 war auch nicht mehr so erfolgreich, wie noch sein Vorgänger und so dachte man sich wohl bei Tecmo, das Volleyballspiel mit den halbnackten Mädchen lief doch gut, also warum das ganze nicht ausbauen?
DoA Xtreme 2 - Der Tiefpunkt der Reihe
Daher erschien im selben Jahr ebenfalls für die XBox DoA Xtreme 2. Auch hier konnte man noch Volleyball spielen, aber das war nicht mehr das alleinige Hauptspiel, stattdessen gab es nun auch andere Disziplinen wie Jet-Ski, Tauziehen oder Po-Gepöbel, wobei man bei letzterem versuchen musste seine Gegnerin mit dem Po von einem Wasserkissen zu stoßen....
Viele Badeanzüge, die eher weniger als mehr verhüllten gabs natürlich auch wieder freizuspielen und man konnte die Damen dieses mal sogar Pole-Dance machen lassen....
Der Ruf der Reihe war damit endgültig dahin.
Das Spiel bekam, nachdem der Exklusiv-Deal mit Microsoft vorbei war, im Jahr 2010 eine Portierung für Sonys PlayStation Portable unter dem Titel DoA Paradise.

Im Jahr 2009 holte ich mir im übrigen eine XBox360 und natürlich direkt die Teile 3 und 4, sowie etwas später Ultimate! Vor allem mit dem vierten Teil hatte ich eine ganze Weile richtig viel Spaß, wobei er nicht den selben Eindruck bei mir hinterließ wie damals noch Teil 2.

DoA Dimensions
2011 erschien für Nintendos 3DS DoA Dimensions, was alle Charaktere der Teile 1 - 4 umfasst, plus noch einige mehr und dessen Story-Mode die komplette Geschichte der vier Teile umfasste.
Auch hier verzichtete Tecmo wieder auf objektifizierende Kostüme. Ansonsten profitierte das Spiel natürlich von der 3D Technik des 3DS.
Und das Spiel kam richtig gut an. Dennoch blieb an DoA weiterhin der Ruf haften das Titten-Spiel zu sein.

Dies schien auch bei Tecmo zu einem Umdenken zu führen und als 2012 DoA 5 für die XBox360, als auch Sonys PlayStation 3 erschien, schlug man bewusst einen ganz anderen Weg ein.
Das Spiel wurde groß beworben mit diversen Bildern der Kämpfer und der Tag-Line "I'm a Fighter!"
Dabei erhielten die Charaktere auch alle neue Charaktermodelle, die weg vom Anime-Stil der Vorgänger und hin zu einem realistischeren gingen.
Tecmo wollte nun definitiv weg vom Perv-Game Image und das Spiel wieder primär als ernsthaftes Fighting Game präsentieren.
Man holte sich in Kollaboration mit SEGA dazu sogar drei Virtua Fighter Charaktere als Gast-Charaktere mit ins Roster, was das nochmals unterstreichen sollte, da Virtua Fighter bis heute als eines der Spiele mit dem besten und ausgefeiltesten Kampfsystem überhaupt gilt.
Als ich DoA 5 dann erstmalig im Laden sah, musste ich es haben. Da es Ende des Monats war und mein Gehalt noch nicht da war, hatte ich mir dafür sogar extra Geld von einem Arbeitskollegen geliehen.
Dead or Alive 5
Und ich war wirklich begeistert vom fünften Teil. Erneut wurde natürlich wieder am sowieso hervorragenden Kampfsystem geschraubt. So gab es jetzt auch eine Super-Leiste, ähnlich wie in den Street Fighter Spielen, mit denen man bereits verloren geglaubte Matches noch drehen konnte. Die interaktiven Stages wurden noch weiter ausgebaut, so dass man, wenn man von einer Ebene gestoßen wurde, sich noch an der Kante festhalten und so auch diesen Angriff noch kontern konnte. Der Story Mode wurde auch verändert und erstmalig als komplette Geschichte erzählt, bei welchem man alle Charaktere durch verschiedene Kämpfe steuern musste.
Die Grafik? Einfach ein Augenschmauß und mit das beste, was aus dieser Konsolengeneration hervorgeholt wurde. So verdreckten z.B. die Kämpfer während des Kampfes sichtlich und bei Siegposen konnten man Schweißperlen erkennen, die den Kämpfern dann herunter rannten.
Dreck während des Kampfes
Und die Kostüme? Die gabs natürlich auch wieder zu Genüge und ja, auch hier gab es wieder teilweise fragwürdige Kostüme für die weiblichen Kämpferinnen, aber entweder nur als DLC, oder nur sehr schwer freispielbar. Sie waren also wieder ganz stark im Hintergrund. Die restlichen Kostüme waren allesamt Kostüme, die den Charakter der Figuren widerspiegelten und es schien, als hätte Tecmo damit endlich wieder einen Vertreter der Reihe abgeliefert, der ernstgenommen werden würde.
Bouncing Breasts gabs im übrigen weiterhin ;) Aber diese waren, wenn man wollte, auch komplett abschaltbar.

Doch die tatsächlich entstandene Fanbase der Perv-Boys existierte nunmal und sie war lautstark und sie motzte. Sie motzte darüber, dass die Charaktere nicht mehr so stark nach Anime aussahen, weswegen Hitomis Aussehen z.B. wieder verniedlicht wurde. Und sie motzten, da es zu wenige sexy Kostüme für die Kämpferinnen gab.
Und Tecmo, letztendlich auch nur ein Wirtschaftsunternehmen gab dem Gemotze nach und hier beginnt der eigentliche Teil um den es mir geht.
Der Niedergang von einem guten Ansatz und einem guten Spiel.

Wie gesagt war DoA 5 wirklich wirklich gut und ich verbrachte Stunden um Stunden mit Kumpels damit, dass wir das Spiel gezockt haben. Vor allem gerne während des Vorglühens, bevor wir weggingen.
Da DLCs mittlerweile gang und gebe waren, erhielt natürlich auch DoA 5 welche und zwar in Form von Kostümen für die Kämpfer. Hier gab es Anfangs in erster Linie hauptsächlich wirklich gute, einfallsreiche Kostüme, die zu den Charakteren passten, oder aber auch DLCs von Kostümen aus vorherigen Teilen. Und es gab die Kostüme sowohl für die weiblichen, als auch die männlichen Charaktere.
Für Sonys PS Vita erschien 2013 dann auch ein Port mit dem Namen DoA 5 Plus.

Noch vergleichsweise harmlos
Doch wie gesagt, die Perv-Boys waren unzufrieden und Tecmo gab dem ganzen nach und so kam es, dass die Kostüme mit der Zeit immer mehr in die Richtung abdrifteten, dass es doch wieder knappe Kleidung für die weiblichen Charaktere waren. Auch wurde nicht mehr darauf geachtet, dass die Kostüme zu den Charakteren passten, sondern es kamen Kostümsets heraus, wo einfach alle weiblichen Charaktere das selbe Cheerleader-Outfit, oder Schulmädchen Kostüm erhielten.
Tatsächlich versuchte Tecmo Anfangs hier aber noch eine Waage zu halten und im ersten großen Update, dass 2013 unter dem Titel DoA 5 Ultimate erschien, brachte man sowohl neue männliche als auch weibliche Charaktere und für alle gab es neue, noch zu den Charakteren passende Kostüme.
Ultimate, den ich mir natürlich auch holte, war dabei auch noch wirklich ein Teil, der mir Spaß machte.

Die Richtung wird klarer
Doch die darauffolgenden DLCs gingen immer mehr davon ab. Auch ließ Tecmo die Fans selbst Kostüme für Halloween DLCs designen und auch hier dominierten die Perv-Boys.
Diese DLCs schienen sich gut zu verkaufen, denn irgendwann gab Tecmo dann endgültig seinen ganzen guten Ansatz auf und brachte fast nur noch Copy Paste Kostüme, die meist aus Badeanzügen, oder sonstiger knapper Kleidung bestanden und alle drei neuen Charaktere die als DLC kamen waren Frauen. Wovon eine mit Mario Rose wie ein maximal 14-jähriges Mädchen wirkte, weswegen es schon sehr seltsam war, an dieser Figur knappe Kleidung zu sehen, während die andere eine großbrüstige Dämonin namens Nyotengu war.
Bei letzterer muss man anmerken, dass es in DoA 2 den Bosscharakter namens Tengu gab, der tatsächlich wie ein Tengu aussah, während Nyotengu lediglich schwarze Flügel hatte, ansonsten aber nur eine weitere weibliche, sexualisierte, Kämpferin war.
Das gute war jedoch, es waren alles noch DLCs, man musste sich diese Dinge nicht kaufen.

Und weiter gehts
Im Zuge der neuen Konsolengeneration, brachte Tecmo dann 2015 sein letztes großes Update des Spiels unter dem Titel DoA 5 Last Round für Microsofts XBox One und Sonys PlayStation 4 heraus.
Da ich mir 2015 auch eine PlayStation 4 holte, holte ich mir auch Last Round dafür, doch konnte es mich nie so begeistern, wie noch seine beiden Vorversionen auf der XBox360.
Denn außer einer leicht verbesserten Grafik, enthielt es ansonsten alle bisherigen DLCs, was in gewisser Weise schlecht war, da man somit gezwungen war, auch die sexualisierten Kostüme im Spiel zu haben, selbst wenn man das nie wollte.
Mit dem Release von Last Round folgte dann auch die Einführung des Season Pass. Wem das nichts sagt, hier kurz erklärt: Bei einem Season Pass kauft man sich mit einem Mal direkt die Berechtigung alle zukünftigen DLCs zu erhalten. Der Season Pass ist dabei insgesamt günstiger als wenn man die DLCs separat kaufen würde.
Auch klassische Fetische wollen abgedeckt sein
Der Season Pass bei Last Round kostet dabei im übrigen 99 €! Ja richtig gelesen, 99 € dafür, dass man dafür meistens lediglich Kostüme erhält.
Damit aber nicht genug hat Tecmo mittlerweile mehrere Season Passes heraus gebracht und zwar 7 Stück um genau zu sein.
Dass das möglich ist, bedeutet, dass es wirklich mehrere Leute gibt, die zu den 29 €, die das Spiel damals als Neupreis gekostet hat, tatsächlich nochmal 693 € ausgegeben haben für neue Kostüme! Okay, um fair zu sein, es gab auch nochmal drei neue Charaktere (erneut ausschließlich Frauen), sowie auch neue Stages, aber primär sind es wirklich nur Kostüme und zwar in erster Linie objektizifierende, sexualisierte, erniedrigende, copy paste Kostüme für die weiblichen Kämpferinnen.
Und das ganze tatsächlich bis heute!
Einen Überblick über den DLC-Wahn gibt es auf dieser Seite

Copy + Paste Kostüme für alle (außer die Männer)
Natürlich, aus rein wirtschaftlicher Sicht ist Tecmo hier kein Vorwurf zu machen. Mit wirklich einfachsten Mitteln verdienen die sich hieran eine goldene Nase, wenn Fans pro Jahr ca. 198 € für schnell gemachte Kostüme ausgeben, statt einmal um die 60 € für einen tatsächlichen sechsten Teil auszugeben, indem wirklich Arbeit und Kosten steckten.
Als Entwickler, der jedoch ein wirklich gutes Spiel mit guter Reputation auf den Markt bringen will, ist das allerdings ein Versagen auf ganzer Linie.
Denn das ist DoA im Kern eigentlich immer noch, eines der besten 3D Fighting Games überhaupt. Doch dass ist es halt schon lange nicht mehr, was man beim Gedanken an dieses Spiel primär im Kopf hat.

Der Vorwurf ist hier aber in erster Linie den Fans zu machen, die das ganze durch ihre Käufe dieser DLCs überhaupt erst ermöglicht haben. Diese Fans haben sich dadurch ihr eigenes Spiel kaputt gemacht.
Wobei, vielleicht aber auch nicht, weil dadurch, dass sie es mitmachen, zeigen sie ja auch, dass sie es anscheinend genau so wollen und damit zufrieden sind.

DoA Xtreme 3
Mir ist jedenfalls schon lange der Spaß an einem Spiel vergangen, dass mir eine ganze Weile viel, wirklich sehr viel Spaß bereitet hat und wo ich immer wieder mal Bock auf eine Partie hatte. Doch mittlerweile, auch da ich gezwungen bin, bestimmte Kostüme im Spiel zu haben, ist es mir geradezu peinlich geworden, wenn ich das Spiel anmache und dann dort halbnackte Frauen, allen voran Marie Rose, im Spiel auftauchen.
Da pack ich dann doch lieber, Mortal Kombat X, Street Fighter V, KoF XIV, oder Injustice 2 in die PS4.

Schade, wirklich schade.

Achja, 2016 brachte Tecmo dann auch noch DoA Xtreme 3 für die PS4 und die PS Vita heraus. Nuff said!

Dienstag, 1. August 2017

Batman now and then - Retcons und die Änderung des Status Quo


Comicleser, die schon etwas länger dabei sind, sind es gewöhnt, die Retcons. Retcon steht dabei für "Retroactive Continuity" und meint nachträgliche Änderungen an der Kontinuität.

Batman ist mittlerweile seit 1939 und damit 78 Jahre unterwegs, weswegen es hier ein paar mal nötig war, sogenannte Retcons durchzuführen, manches mal, aber es auch einfach gemacht wurde, weil es den Autoren so einfacher war, ihre Geschichten zu erzählen.

Man hätte natürlich auch die Geschichte chronologisch fortführen können und irgendwann einen der Robins als Batmans Nachfolger präsentieren können. Und tatsächlich wurde das auch schon versucht, aber Comicleser sind ein seltsames Volk, das zwar einerseits immer schimpft, dass es immer das selbe sei, aber noch viel mehr schimpft, wenn sich dann doch etwas ändert.

Da es aber seltsam anmuten würde, einen ca. 100jährigen Batman zu haben ist es daher wie gesagt nötig, ab und an etwas an der Kontinuität zu ändern, oder so alle 20 - 30 Jahre das Universum direkt neu zu starten, also einen sog. Reboot zu machen. Das wurde ein paar mal bereits gemacht und teilweise wurde die Welt des dunklen Ritter dann doch so ganz nebenher verändert. Die größten Veränderungen will ich hier mal chronologisch auflisten:

Batman tötet nicht

Als Batman im März 1939 in Detective Comics #27 das erste mal debütierte war ihm das Schicksal seiner Gegner noch reichlich egal. Batman hatte hier absolut kein Problem zu töten, oder eine Pistole zu benutzen.
Dies wurde erst im Dezember 1940 in Batman #4 geändert, wo nebenher auch erstmals Gotham City als die Stadt genannt wurde, in der Batman operiert.

Alfred gab es nie

Heute unvorstellbar, aber einerseits wurde Alfred erst 1943 in Batman #16 Teil des Batman-Mythos und 1964 wurde er ab Detective Comics #328 wieder komplett gestrichen, als ob es ihn nie gegeben hätte.
Erst durch die erfolgreiche TV-Serie mit Adam West von 1966, in der Alfred noch dabei war, wurde er aufgrund seiner dortigen Beliebtheit wieder zurück gebracht.

Alles auf 0

Im Jahr 1985 beschloss man bei DC einen radikalen Schnitt und es folgte der erste große Reboot mit dem Event "Crisis on Infinite Earths".
Viele Schlüsselelemente bei Batman wurden beibehalten, vieles jedoch auch wieder gestrichen und neu erzählt.
Batman bekam eine komplett neue Herkunftsgeschichte von Frank Miller geschrieben, die sich zwar in groben Zügen an der bisher bekannten orientierte, diese aber noch erweiterte. Direkt im Anschluss wurde auch die Geschichte, wie Dick Grayson den Robin-Mantel aufgab nochmals neu erzählt und Jason Todd wurde verändert eingeführt.
War er zuerst eine fast 1:1 Kopie von Dick Grayson, änderte man nun seinen Charakter grundlegend, damit er sich deutlicher von Dick unterschied.
Auch gab es nun mit Barbara Gordon nur noch ein Batgirl, da Bette Kane in der neuen Kontinuität nie Batgirl war, selbes galt für Tante Harriet und Batwoman die hier nie existierten.

Batman benutzt Waffen

1987 erschien in Detective Comics #575 - #578 die Storyline "Batman: Year Two" in der Batman nicht nur eine Waffe benutzte, nein, es war die Waffe mit der seine Eltern getötet wurden und er arbeitete mit Joe Chill, dem mutmaßlichen Mörder seiner Eltern zusammen.
Wie man sich denken kann, wurde diese Storyline jedoch nicht lange danach wieder aus dem Kanon gestrichen.

Bat-Girl und Batwoman gab es doch

Autor Gran Morrison dessen Batman Run im September 2006 in Batman #655 begann und im September 2013 in Batman Incorporated Vol. 2 #13 endete war ein großer Fan des Silver Age, weswegen er nachträglich die Charaktere des ersten Bat-Girl und das erste Batwoman (mittlerweile gab es bereits eine neue) wieder in die offizielle Kontinuität zurück brachte.
Neben einigen anderen Charakteren der damaligen Zeit wie z.B. Doctor Hurt.

Batman hat einen Sohn

Ebenfalls in den Morrison-Run fällt Damian Wayne, der Sohn von Batman und Talia al Ghul. Morrison griff dabei die bis dato nicht als Kanon geltende Storyline "Batman: Son of the Demon" aus dem Jahr 1987 wieder auf, wo Bruce mit Talia ein Kind zeugte und machte diese damit nachträglich zum Kanon.

Und wieder (zumindes fast) auf 0

2011 dachte sich DC, dass es nach 25 Jahren Zeit für einen erneuten Reboot wäre und so startete man die New 52, die das DC Universum größtenteil auf 0 setzten. Bei Batman und Green Lantern jedoch nur zum Teil. Vieles blieb beim alten, einiges aber auch nicht.
So wurde z.B. der Riddler wieder zum Gegenspieler Batmans, nachdem er in der alten Kontinuität zum Schluss ein Reporter und Informant war. Die wichtigste Veränderung war jedoch, dass Batman plötzlich wieder Anfang 30, statt über 50 war und auch das Alter vieler andere Charaktere wieder verjüngt wurde und Bruce Wayne war auch wieder der alleinige Batman, nachdem er sich diese Position zuvor mit Dick Grayson teilte. Azrael gab es in der neuen Kontinuität nie, weswegen dieser auch nie Batman war.

Es gab nur ein Batgirl und eine Batwoman

Die New 52 legten fest, dass nur Barbara Gordon jemals Batgirl war und da sie mittlerweile von ihrer Verletzung geheilt war, war sie auch als solches wieder unterwegs.
Alle vorherigen Batgirls, wie Bette Kane, Helena Bertinelli, Cassandra Cain, oder Stephanie Brown gab es nie. 
Ebenfalls gab es mit Kate Kane (der zweiten Batwoman) nur noch eine Person, die jemals Batwoman war.

Es gab nur drei Robins

Ursprünglich gab es fünf Robins: Dick Grayson, Jason Todd, Tim Drake, Stephanie Brown und Damian Wayne.
Nun nur noch drei und zwar Dick Grayson, Jason Todd und Damian Wayne.
Stephanie Browns Existenz wurde komplett gestrichen und Tim Drake operierte von Anfang an unter seiner Identität als Red Robin.

Zero Year

Auch die bisherige Batman Origin wurde mit der Storyline "Zero Year" umgeschrieben. Diese neue Herkunftsgeschichte verband Elemente von Frank Miller's "Year One" mit der ursprünglichen Geschichte, die damals von Bob Kane und Bill Finger für Batman geschaffen wurde.

Das alte DC Universum existiert parallel weiter

Da viele Fans mit den Änderungen aus dem New 52 nicht zufrieden waren, brachte DC einige Figuren verändert wieder zurück, wie Stephanie Brown, die nun aber ausschließlich Spoiler war, Cassandra Cain, die hier ausschließlich die Identität von Orphan hatte, oder auch Azrael, der hier aber nie Batman war.
DC ging jedoch sogar noch einen Schritt weiter und hielt sich mit der Convergence-Storyline ein Schlupfloch offen, indem man sagte, dass alte DC Universum existiert weiterhin in einer Parallelwelt.

Es gibt drei Joker

Noch gar nicht so lange her, genau genommen erst letztes Jahr in Justice League Vol. 2 #50 wurde enthüllt, dass es mehr als einen Joker gibt und zwar gibt es drei Personen, die unter dieser Identität unterwegs sind.
Wie so üblich beim Joker weiß man jedoch noch nicht mehr darüber.

Bruce Wayne versuchte sich mit 10 umzubringen

Ein Retcon der nachträglich Bruce Wayne's Geschichte doch etwas ändert, da es bisher immer als Kanon galt, dass die Begegnung mit der Fledermaus ihn dazu inspirierte Batman zu werden.
Hier jedoch reift in ihm der Gedanke nach dem gescheiterten Suizid.

So weit also die wichtigsten nachträglichen Änderungen am Batman-Mythos die mir so eingefallen sind. Bestimmt habe ich dabei einige vergessen. Erwähnenswert ist jedoch hierbei noch, dass ich tatsächlich nur nachträgliche Änderungen berücksichtigt habe. Fortschritte in der Geschichte die sich im Laufe der Zeit ergeben haben, wie z.B., dass Azrael mal Batman war, oder auch, dass Dick Grayson anstelle von Bruce mal Batman war, habe ich hierbei nicht berücksichtigt, da es sich dabei ja um keine Retcons handelte.

So und da wir den 01. August und 31° C haben, werd ich jetzt aber mal schauen, dass irgendwo ein kühles Nass finde!

Montag, 31. Juli 2017

The female side of the force - Frauen in Star Wars


Diesen Artikel zu schreiben, war ich schon länger am überlegen, habs dann aber nie gemacht, da ich mir dachte, dass ich in meinem Nachruf auf Carrie Fisher (hier nachzulesen) ja bereits etwas darauf eingegangen bin.

In letzter Zeit bin ich dann jedoch immer wieder verstärkt über das Gemotze von SW-Fanboys gestolpert, dass Star Wars seit der Übernahme von Disney zu SJW-Wars verkommen sei.
SJW ist dabei Kurz für "Social Justice Warrior" und das englische Pendant zum deutschen "Gutmensch".

Wie auch schon beim Wort "Gutmensch", muss man sich natürlich erstmal auf der Zunge zergehen lassen, dass es überhaupt als schlecht angesehen wird, wenn sich jemand für "Social Justice", also soziale Gerechtigkeit einsetzt.
Foto des Anstoßes
Weitere "Vorwürfe" in dem Kontext, vor allem aus den USA sind dann noch Star Wars wäre jetzt "to feminist" und "to liberal". Aber auch aus dem deutschsprachigen Fandom gibts ähnliches Gemotze in die Richtung und es wird geschimpft, dass die Hauptfigur in Battlefront II eine Frau sei, oder dass die Frauen in Star Wars Überhand nähmen, da auf einem Cast-Foto von Episode VIII genau so viele Frauen wie Männer drauf waren.
Dass das genau genommen nur ausgeglichen und kein Überhand nehmen ist und somit nur die tatsächlichen Verhältnisse (wonach Frauen sogar etwas über 50% der Bevölkerung ausmachen) widerspiegelt, ist dem maskulin wutschäumenden Fanboy dabei natürlich egal.

Mal ganz davon abgesehen, dass es wie gesagt im Prinzip nur ein Spiegeln tatsächlicher Verhältnisse ist, fragt man sich auch, wie lange diese Personen schon Star Wars Fans sind, oder wie stark sie sich jemals wirklich mit dem Star Wars Universum beschäftigt haben, denn auch wenn die Episoden I - VI im Prinzip die Geschichte der Skywalkers erzählen und mit Anakin und Luke männliche Protagonisten haben, war Star Wars schon lange vor der Übernahme durch Disney voll mit weiblichen Protagonisten.

Am besten gehe ich dazu aber mal kurz chronologisch vor und liste einfach mal ein paar der bedeutenderen Frauen in Star Wars auf:

Leia Organa Solo

Wie in meinem Nachruf auf Carrie Fisher schon erwähnt, war Leia in gewisser Weise der Archetyp der starken Frau in Filmen. Vor ihr gab es so gut wie keine eigenständigen Frauen in Filmen, die komplett losgelöst von einer männlichen Figur handelten.
Klar war eine Figur wie Leia in der Original-Trilogie noch in der Minderheit, doch stand sie nie in irgend einer Weise hinter ihren männlichen Kollegen zurück.
Für damalige Hollywood-Verhältnisse, wir reden immerhin von den späten 70ern und frühen 80ern, war das schon eine kleine Revolution. Und wie ebenfalls dort schon erwähnt, wer weiß, ob es in der Folge zu Figuren wie Ellen Ripley aus Alien, oder Sarah Connor aus Terminator gekommen wäre.
Sowohl im alten EU, als auch im neuen Disney-Kanon blieb sie dabei auch später noch eine herausragende Figur. Einmal als Jedi-Ritterin, einmal als General.
In beiden Kanons heiratet sie später Han Solo und hat mit ihm Kinder. Im EU drei, die Zwillinge Jacen und Jaina, sowie Anakin Solo, im neuen Disney Kanon einen Sohn und zwar Ben Solo.

Mon Mothma

Zusätzlich tauchte in der Original Trilogie auch noch Mon Mothma auf, die die Anführerin der Rebellen-Allianz war. Mon Mothma war dabei zwar nicht direkt in die Action involviert, doch schon alleine die Tatsache, dass es auch hier eine Frau war, die die höchste Führungsposition inne hatte, war für damalige Verhältnisse besonders.
Mon Mothmas Rolle wird im EU etwas umfangreicher und auch im neuen Disney-Kanon wirkt sie in Rebells aktiv an der Gründung der Rebellenallianz mit.



 

Shira Brie

In den Marvel Comics wurde die Figur der Shira Brie eingeführt, eine imperiale Spionin, mit der Luke eine Beziehung eingeht, die durch die Macht jedoch aufgedeckt wird und später als Sith-Lady Lumiya zurückkehrt.
Als Lumiya ist sie Jahrzehnte nach der Vernichtung der Sith dafür mitverantwortlich, dass diese in Gestalt von Darth Caedus wieder zurückkehren.
Shira weiß dabei sowohl als Pilotin der Rebellenallianz, als auch später als Sith-Lady zu überzeugen.
Dass man sie Jahrzehnte später zurückgebracht hat, um den Sohn der Solos, Jacen, auf die dunkle Seite zu verführen, hat ihre Bedeutung natürlich nochmal stark nach oben gehoben.

Mara Jade Skywalker

Eine der wirklich wichtigsten Protagonisten betrat dann im Jahr 1991 die Bühne der weit weit entfernten Galaxis und zwar Mara Jade in Timothy Zahns "Erben des Imperiums".
Mara Jade gehört dabei bis heute zu den beliebtesten Figuren, die im Erweiterten Universum eingeführt wurden und bis zu ihrem Ableben im 2007er Roman "Wächter der Macht: Opfer" war sie auch eine der bedeutendsten Helden der Neuen Republik.
Mara Jade war zuerst eine "Hand des Imperators", eine dunkle Machtnutzerin, die zwar keine Sith war, aber direkt dem Imperator unterstand.
Nach dem Ende des Imperiums jagt sie daher zuerst Luke, schließt sich dann jedoch doch mit ihm zusammen, heiratet ihn sogar und die beiden haben mit Ben Skywalker einen gemeinsamen Sohn.
Auch nach ihrem Ableben tauchte Mara immer wieder mal als Machtgeist auf.
Mara Jade war dabei so beliebt, dass sie der erste Charakter aus dem EU war, der als Charakter in Videospielen übernommen wurde, so z.B. im Jedi Knight Add-On "Mysteries of the Sith", als auch im Star Wars Fighting Game "Masters of Teräs Käsi".

Jaina Solo Fel

Jaina Solo, wurde, wie ihr Zwillingsbruder Jacen, im dritten Teil von Timothy Zahns Thrawn Trilogie "Das letzte Kommando" 1994 eingeführt.
Genau genommen wurden beide in diesem Band gerade mal geboren, weswegen beide erst in späteren Romanen zu Protagonisten wurden.
Zwar erhalten die Solo Kinder mit der "Young Jedi Knights" ab 1995 schon relativ früh eine eigene Reihe, doch erst ab der 1999er Romanreihe "Das Erbe der Jedi-Ritter" beginnen beide zu Hauptfiguren zu werden.
Das ganze gipfelt in der ab 2006 erscheinen Reihe "Wächter der Macht", in der Jaina Solo die Galaxis vor ihrem Bruder Jacen rettet, der mittlerweile zum Sith-Lord Darth Caedus geworden war.
In der darauf ab 2009 folgenden Reihe "Das Verhängnis der Jedi-Ritter" heiratet sie den Anführer des Rest-Imperiums Jagged Fel und wird von Luke Sykwalker in den Rang einer Jedi-Meisterin erhoben.
 

Nomi Sunrider

Im 1995 erschienenen Comic "Der Freedon-Nadd-Aufstand" taucht erstmal die Jedi Nomi Sunrider auf.
Nomi gehört dabei zu den mächtigsten Jedi der damaligen Zeit, die auch in den folgenden Comics, die den großen Sith-Krieg behandeln zu den wichtigsten Protagonisten gehört und ohne ihrer Hilfe es wahrscheinlich nicht gelungen wäre, die beiden Sith-Lords Exar-Kun und Ulic Qel-Droma aufzuhalten.




Ysanne Isard

Direktorin Isard war eine getreue Anhängerin des Imperiums, die im 1996 erschienen Roman "X-Wing - Angriff auf Coruscant" von Michael A. Stackpole debütierte.
Nach dem Tod Palpatines übernahm sie für eine ganze Weile die Führung über das Restimperium und jagte u.a. auch dessen ehemalige Hand Mara Jade.

 






Padmé Naberrie Amidala Skywalker

Kleiner Zeitsprung ins Jahr 1999. Es ist nicht so, dass nach Jaina nicht noch weitere wichtige Frauen in Star Wars eingeführt wurden, doch da ich mich tatsächlich nur auf die wichtigsten Protagonisten konzentrieren will, gibt es diesen kurzen Sprung zu Episode I, wo Padmé uns zum ersten mal begegnete.
Laut der Geschichte ist sie zu diesem Zeitpunkt gewählte Königin von Naboo und gerade einmal 14 Jahre alt.
Doch wie schon auch Leia, hat Padmé besseres zu tun, als einfach nur Regentin zu sein und sich retten zu lassen und kämpft stattdessen aktiv an der Seite der Republik gegen die Handelsföderation.
Dies ändert sich auch in Episode II nicht, wo sie sogar noch aktiver im Kampfgeschehen involviert ist.
Lediglich in Episode III hat man ihre Rolle stark zurückgefahren, aber wie ebenfalls schon im Nachruf zu Carrie Fisher erwähnt, sie war da ja auch schwanger mit den Kindern von Anakin, Luke und Leia.
Ihre Rolle im EU, als auch The Clone Wars ist dann aber wieder eine deutlich aktivere.

Aurra Sing

Ebenfalls in Episode I eingeführt, wenn hier auch lediglich als Nebenfigur, die sich das Pod-Rennen ansieht, wurde Aurra Sing, eine ehemalige Jedi und mittlerweile Kopfgeldjägerin, die besonders im EU sehr populär ist.
Aurra gehörte bereits zur Zeit der Alten Republik zu den gefürchtetsten und besten Kopfgeldjägern der Galaxis. Dies Status behielt Aurra auch die ganze Zeit während des Imperiums über, bis hin zur Neuen Republik bei, wo sie selbst zu Zeiten, als Jacen Solo damit begann die Sith wieder auferstehen zu lassen, immer noch unterwegs war.
 


Aayla Secura

Eingeführt wurde die Figur 2000 in der Dark Horse Comicreihe "Republic", wo sie die Schülerin von Quinlan Vos war. George Lucas war so beeindruckt von ihr, dass er sie direkt in die Filme übernahm, wo sie dann 2002 in Episode II zum ersten mal auftauchte.
Im Anschluss kam sie dann natürlich auch in der "The Clone Wars" Serie vor. Ihre größten Auftritte behielt sie aber in der "Republic" Reihe.
Aayla Secura ist somit eine der wenigen Charaktere, die es aus dem alten Kanon damit in den neuen Kanon geschafft haben.




Rain

Rain, oder auch besser bekannt als Darth Zannah, war die erste Schülerin von Darth Bane und somit die erste Schülerin nach Banes Regel der Zwei. Sie hatte ihren ersten Auftritt 2001 im Dark Horse Comic "Jedi vs. Sith".
Sie schaffte es später ihren Meister zu töten und nahm sich mit Darth Cognus eine eigene Schülerin und führte so die Sith Linie fort.


Meetra Surik

Wir schreiben das Jahr 2003 und BioWare veröffentlicht mit "Knights of the Old Republic" (KotOR) eines der bis dato besten Star Wars Spiele überhaupt. Ein Jahr darauf folgt der Nachfolger zu KotOR, wo es Revans ehemalige Kampfgefährtin Meetra Surik ist, die auszieht um das Sith-Triumvirat aufzuhalten.
Auch wenn KotOR II nicht der gleiche Erfolg war, wie noch der Vorgänger, da das Spiel auf Druck des Publishers verfrührt veröffentlich wurde, ändert das nichts an Suriks Rolle in der Geschichte.
Diese wird MMO Nachfolger "The Old Republic" noch zu Ende erzählt, wo sie als Machtgeist an Revans Seite wacht.



Ahsoka Tano

Zum ersten mal tauchte Ahsoka Tano im 2008er Pilotfilm zu "The Clone Wars" auf. Sie war der Padawan von Anakin Skywalker und mauserte sich während der Serie zur dritten Hauptfigur neben Anakin und Obi-Wan.
Besonders ab der dritten Staffel nahm ihre Rolle stark zu.
Nach der fünften Staffel war sie dann storybedingt nicht mehr dabei (es musste ja eine Erklärung her, warum sie in Episode III fehlte).
Sie feierte dann in Rebels jedoch eine Rückkehr und hat auch bereits einen eigenen Roman erhalten.




Satele Shan

Erneut ein kurzer Sprung in die Zukunft und zwar ins Jahr 2011, als "The Old Republic" erschien. Eine der bedeutensten Charaktere hier war die Jedi-Großmeisterin Satele Shan, eine Nachfahrin sowohl von Revan, als auch Bastila Shan, die zum ersten mal in KotOR auftauchten.
Satele gehörte zu den mächtigsten und weisesten Jedi ihrer Zeit, die sogar die Weitsicht hatte, sich mit den Sith zusammen zu tun, um ein größeres Unheil in Form sowohl des zurückgekehrten Revan, als auch des Sith Imperators zu vereiteln.

Vaylin

Vaylin war die Tochter des Sith Imperators Vitiate und so mächtig in der Macht, dass ihr Vater ihren Geist brechen musste, um sie kontrollieren zu können.
Vaylin befreite sich später davon und begann die Galaxis als Kaiserin des Ewigen Throns zu terrorisieren.
Sie konnte nur durch die vereinten Kräfte ihres Vaters, der sich mit dem Fremdling zusammen tat, besiegt werden.






So weit so gut also eine kleine Auswahl an starken Frauenfiguren, die bereits vor der Disney Übernahme existieren (bzw. auf Vaylin trifft das nicht zu, jedoch hatte Disney hier keinen Einfluss darauf, weswegen ich sie mit reingenommen habe).
Das sind aber weitem nicht alle und alle im Detail zu nennen, würde den Rahmen sprengen, daher hier nur kurz etwas, ebenfalls mehr als unvollständiges, Namedropping, von weiteren Frauen in Star Wars:
Jan Ors, Bria Tharen, Kea Moll, Mirta Gev, Kordi Freemaker, Adi Gallia, Shaak Ti, Barriss Offee, Darth Cognus, Kreia, Asajj Ventress, Darth Acina, Tenel Ka, Juno Eclipse, Luminara Unduli, Arden Lyn, XoXaan, Kaiserin Teta, Amanoa, Aleema Keto, Bastila Shan, Atris, Lana Beniko, Senya Tirall, Belia Darzu, Githany, Darth Cognus, Vergere, Talzin, Sariss, Tahiri Veila, Darth Talon, Zam Wessell, Winter, An'ya Kuro, Kaliyo Djannis, Satine Kryze, Bo-Katan, Shalla Nelprin und und und

Springen wir dann also mal rein ins Jahr 2014, als mit "Star Wars Rebels" die erste Serie unter der Führung von Disney kam. Auch hier liste ich ein paar prägende Charaktere auf:

Hera Syndulla

Captain der Ghost und Tochter des Freiheitskämpfers von Ryloth Cham Syndulla. Zusammen mit der Crew der Ghost waren sie die Anführerin einer der ersten Rebellen-Zellen die sich gegen das Imperium gestellt haben und letztendlich Mitbegründerin der Rebellenallianz, die auch bei der Schlacht um Scarif dabei war, als man die Pläne des Todessterns besorgt hat.

Sabine Wren

Wie Hera, tauchte sie ebenfalls erstmal 2014 in Star Wars Rebels auf und gehört hier zur Crew der Ghost.
Sie ist eine Mandalorianerin, die zuerst auf der Imperialen Akademie war, dann aber desertierte und sich den Rebellen anschloss.
Später war sie dann dafür mitverantwortlich, dass sich Teile der Mandalorianer-Clans ebenfalls den Rebellen gegen das Imperium angeschlossen hatten






Chelli Lona Aphra

Auch bekannt unter dem Namen Doctor Aphra, tauchte sie zuerst 2015 in den neuen "Vader" Comics von Marvel auf, wo sie Darth Vader bei diversen Missionen unterstützte.
Ende 2016 erhielt sich ihre eigene Comicreihe, die schlicht einfach nur "Doctor Aphra" heißt.








Rey

Die wohl bekannteste weibliche Protagonistin die unter der Disney Ägide entstanden ist. Rey ist die Heldin der neuen Trilogie, die ähnlich wie schon Luke vom einfachen Leben auf einem Wüstenplaneten mitten in die galaktischen Konflikte katapultiert wird und dabei feststellt, dass sie außerordentlich stark in der Macht ist.
Sehr viel weiß man bisher noch nicht von ihr und wir werden wohl auf Episode VIII im Dezember warten müssen, um weiteres über sie zu erfahren.

Jyn Erso

Die Rebellin wider Willen, war die Protagonisten im 2016 erschienen Rogue One. Dort war sie dafür verantwortlich, dass die Rebellen an die Pläne für den Todesstern gelangt sind, womit sie diesen schließlich kurz darauf in der Schlacht um Yavin zerstören konnten.




Iden Versio

Über sie kann ich noch nicht allzu viel sagen, außer, dass sie im neuen Battlefront II die Hauptfigur in der Singleplayer Kampagne sein wird und dass sie als Tie-Pilotin für das Imperium gedient hat und dabei sowohl bei der Schlacht um Yavin, als auch der Schlacht um Endor dabei war.





So, das wars erstmal. Ansonsten erwähnenswert im neuen Kanon wären noch Maz Kanata, Evaan Verlaine, Shara Bey, Sana Starros, Captain Phasma sowie Bazine Netal.

Hat sich unter Disney also viel geändert? Um ehrlich zu sein, ja, Disney hat nochmal verstärkt weibliche Heldinnen in den Mittelpunkt gerückt.
Aber gleichzeitig ist es nicht so, als hätte Disney damit das Star Wars Universum komplett umgekrempelt.
Und ist das aber überhaupt etwas schlechtes? Nein, auf keinen Fall. Eine gute Geschichte wird nicht vom Geschlecht des Protagonisten definiert.

Zumal, auch wenn Disney verstärkt auf weibliche Protagonisten setzt, diese keineswegs in der Mehrzahl wären. Schauen wir uns dazu mal die Heldentruppe aus Rebels an. Diese besteht aus einem Droiden, drei Männern und zwei Frauen und zwar Hera Syndulla und Sabine Wren. Definitiv kein Überschuss an Frauen, sondern lediglich in bester Star Wars Tradition, dass es auch weibliche Helden gibt.

Bei der neuen Trilogie ist Rey die Hauptperson. Ebenfalls hat man sich für Rogue One mit Jyn Erso für eine weibliche Protagonistin entschieden. Die aber umringt ist von einer Crew, die sonst ausschließlich aus Männern besteht. Und selbes gilt im Prinzip auch für Rey, da die sonstigen Helden ebenfalls erneut in der Mehrzahl männlich sind.

Und was der wutschäumende Fanboy auch nicht übersehen darf ist, dass noch genau so viele Comics mit männlichen Protagonisten herauskommen, wie die schlicht "Star Wars" genannte Reihe, als auch die Han Solo und Lando Comics und die oben schon genannte "Vader" Reihe.

Und ja, dieses Jahr kommt Battlefront II in der es mit Iden Versio erneut eine weibliche Protagonistin gibt und die Serie "Star Wars: Die Mächte des Schicksals" stellt ebenfalls die weiblichen Protagonisten in den Mittelpunkt.
Aber wie gesagt, ich sehe das Problem dabei nicht.

Ganz im Gegenteil, ich finde es sogar gut.

Es gibt wirklich einiges was mich an Star Wars stört, seitdem Disney die Rechte dafür hat, aber weibliche Protagonisten gehören definitiv nicht dazu!