Leser dieses Blogs, oder auch jeder andere, der mitgekriegt hat, dass es schon ein Review gibt, werden sich fragen, warum es eine neue Version gibt, die noch dazu inhaltlich identisch ist?
Ganz einfach, dadurch, dass der Blog nur wegen des Reviews überhaupt gestartet wurde, zelebriere ich damit sein über einjähriges bestehen.
Das Review war damals sehr schlicht gehalten und bestand nur aus Text, daher gibt es jetzt das Update mit Fotos und Bildern.
Ich hätte natürlich auch einfach den Original-Artikel überarbeiten können, aber ehrlich gesagt finde ich es schöner zu sehen, wie sich der Blog auch inhaltlich entwickelt hat. :)
Und hier das Review:
Wer den Film noch nicht gesehen hat, sollte hier nicht weiterlesen, da dieser Text Spoiler enthält.
Andererseits, wer den Film jetzt noch immer nicht gesehen hat und keine guten Gründe dafür hat, ist auch kein Star Wars Fan!
16. Dezember 2015. Da sitz ich also auf der Arbeit und hab Spätschicht
und bin aufgeregt wie ein kleines Kind, bevor es Bescherung gibt.
Netterweise hab ich von meinem Chef das okay gekriegt, dass ich eine
Viertelstune früher gehen kann, damit ich rechtzeitig zur Premiere
komme. Es ist schließlich nicht irgend ein Film, sondern es ist Star
Wars! Der erste Star Wars Teil seit über 10 Jahren!
Doch nun, so kurz davor, wow, was war ich aufgeregt.
Leider nicht mehr Canon
Ich war selbst über meine Vorfreude überrascht, da ich mich lange mit
Episode VII nicht so recht anfreuden konnte, was in erster Linie daran
lag, dass im Zuge von Episode VII das komplette alte Erweitere Universum
gestrichen wurde.
Direkt nach Feierabend so schnell es ging zum Kino. Da ich niemanden
gefunden hatte, der mit mir die Premiere sehen wollte, bin ich alleine
hin. Ich hatte dann doch etwas zu wenig Geduld, um zu warten, bis jemand
Zeit hatte.
Erstmal hieß es anstehen, denn die 3D-Brillen gab es nicht wie üblich am
Einlass, nein, man musste sie sich extra kaufen und so wenig wie ich
dran dachte eine alte von Zuhause mitzunehmen, so wenig dachten auch die
meisten anderen daran. Witziger Nebeneffekt des ganzen war, dass direkt
hinter mir in der Schlange ein paar Bekannte waren. So war ich doch
nicht ganz allein im Kino (auch wenn sie wo anders saßen).
Da war die Freude noch groß
Endlich saß ich da im Kino. Es liefen ein paar coole Trailer und dann
ging endlich das Licht aus und das LucasFilm Logo kam, kurz gefolgt von
den Zeilen "Es war einmal vor langer Zeit, in einer weit weit entfernten
Galaxis..." und dann kam der berühmte Text untermalt vom ebenso
berühmten Star Wars Theme.
Gänsehaut pur.
Rey
Doch das war auch schon einer der Höhepunkte des Films. Das klingt jetzt
vielleicht hart und um eines gleich klarzustellen: Es ist ein guter
Film! Und ich mochte ihn.
Aber ist er besser als Episode I - III? Ist er der zweitbeste Star Wars Film nach Episode V? In beiden Fällen ein klares Nein!
Aber bevor ich erläutere, was mich störte, komme ich zuerst zu den Punkten, die ich wirklich gut fand.
Die neu eingführten Charaktere waren, mit Ausnahme von Kylo Ren und Snoke, alle klasse.
Rey ist ein starker Hauptcharakter, Finn als Goof-Charakter ist
ebenfalls super. Poe Dameron ist bisher eher der Wedge Antilles der
Reihe. Hier muss ich erst die nächsten Teile abwarten, ehe ich mehr zu
ihm sagen kann. Maz Kanata als neue weise Figur fand ich auch sehr gut
gemacht.
Rey trifft Luke
Und natürlich die alten Helden! Sie waren alle genau so, wie ich sie in
Erinnerung hatte. Und die letzte Szene mit Luke war einfach der absolute
Gänsehaut-Moment und letztendlich mein persönlicher Höhepunkt des
Films!
Die Schauspieler sind auch alle durchgehend gut. Auch wenn ich Kylo Ren lahm finde, macht Adam Driver das beste aus der Rolle.
Der Fanservice war okay. Die Szene kurz bevor man den Millenium Falken
sieht war sehr cool, aber sonst war's in erster Linie okay.
Die Raumschlachten und Kämpfe hingegen waren top. Der Humor war
ebenfalls klasse und meistens auch nicht unangebracht, oder albern.
Und vor allem die erste Hälfte des Films hatte die meiste Zeit für mich
die Stimmung, die ein Star Wars Film haben muss. Doch von da an ging's
leider abwärts.
Aber was stört mich genau am Film? Nicht viel, aber der Film war einfach
nichts besonderes. Es war in erster Linie eine Ansammlung von
Fanservice mit einer schwachen Story.
Wobei schwache Story es nicht so wirklich trifft. Nur gab es das ganze schon und zwar in besser in Episode IV.
Das Original
Während alle anderen Teile mir eine interessante, den Star Wars Mythos
erweiterende Geschichte erzählt haben, wurde mir hier nur wieder der
selbe alte Brei vorgekaut:
Das Imperium heißt jetzt Erste Ordnung und wird von ganz oben vom
Obersten Anführer Snoke regiert. Ihm untergeben sind General Hux, dessen
Rang mit dem von Moff Tarkin vergleichbar ist und natürlich Kylo Ren,
der der Darth Vader der Ersten Ordnung ist und natürlich auch ein
Skywalker-Sprössling ist (und zwar Ben Solo, der Sohn von Han und Leia).
Bekämpft werden sie vom Widerstand, die nicht nur genau so aussehen wie
die Rebellion, sondern auch die selbe Technik nutzen und von Leia Organa
angeführt werden.
Ein junges Mädchen, dass nie etwas mit der Macht, oder dem Widerstand zu
tun hatte trifft auf einem Wüstenplaneten auf einen Droiden, durch den
sie mit dem Widerstand in Kontakt kommt.
Man flieht mit dem Millenium Falken und trifft auf die Menthor-Figur des
Films, die dieses mal nicht Ben Kenobi sondern Han Solo ist, der ihr
die alten Geschichten erzählt, so wie es Ben einst bei Luke machte.
Gemeinsam reisen sie zu einer Cantina, wo sich alle möglichen Typen
rumtreiben (es hätte hier nur noch gefehlt, dass der Cantina-Song
gespielt worden wäre).
Wie sich rausstellt hat die Erste Ordnung mit der Starkiller-Basis eine
neuen Todesstern. Glücklicherweise hat diese aber auch wieder genau
einen Schwachpunkt in der Mitte. Jedoch muss man dazu erst einen
Schutzschild abschalten. Daher begeben sich die Protagonisten auf die
Basis, um das zu machen. In einer finalen Konfrontation trifft Han auf
seinen Sohn und wird von ihm getötet, so wie einst Vader Kenobi getötet
hat.
Der Widerstand schafft es aber natürlich die Starkiller-Basis zu zerstören und der Tag ist gerettet.
Darauf hab ich also gewartet? Dass mir Episode IV in neuen Gewändern präsentiert wird?
Doch das ist nicht das einzige was mich an der Story stört, das nächste
sind die Ungereimtheiten und fehlenden Erklärungen. Und damit meine ich
nicht bewusst fehlenden Erklärungen, die erst im nächsten Teil
aufgeklärt werden, wie die Frage, wer ist Rey, oder wer ist Snok
Imperium 2.0
Ich meine damit so Sachen wie, wieso gibt es einen Widerstand, wenn laut
der Geschichte doch mittlerweile die Neue Republik an der Macht ist?
Müsste dann nicht die Erste Ordnung der Widerstand sein? Und wieso
kämpft nicht die Neue Republik gegen die Erste Ordnung? War es nicht das
Ziel die ganze Galaxis vom Imperium zu befreien?
Ich musste mir hier tatsächlich erst erweitere Quellen zu Gemüte führen, um das neue Konstrukt überhaupt zu begreifen.
Noch etwas, was die alten Teile besser gemacht haben, sie haben mir erklärt, was hier vor sich geht.
Bei den alten Teilen haben die ganzen Bücher, Comics und Spiele den
Kosmos lediglich erweitert, aber es war nicht nötig sie zu kennen, um
nachvollziehen zu können, warum etwas in den Filmen ist, wie es ist.
Coruscant
Und ich erwähns gerne nochmal, doch, ich mochte den Film. Ich werd ihn
mir daher auch noch ein weiteres mal im Kino ansehen, aber es gab
einfach so vieles, was ich einfach dämlich fand.
Die Starkiller-Basis die mal so mir nichts, dir nichts mehrere Planeten
ausmerzen kann. Wieso hat man dann nicht direkt die Basis des
Widerstands zerstört? Wieso nicht direkt Coruscant zerstört um die Neue
Republik auf einen Schlag zu erledigen?
Oder Rey, die, ohne jemals in der Macht unterwiesen worden zu sein,
geschweige denn von ihr gehört zu haben, plötzlich weiß, wie man sie
nutzen kann und ohne Probleme den, sowohl von Luke, als auch später von
Snoke ausgebildeten Kylo Ren einfach so fertig macht?
Luke hatte in den Episoden IV - VI mehrere Jahre gebraucht, um die Macht
soweit beherrschen zu können, dass er eine Chance gegen Vader haben
konnte.
Wobei immerhin ein Lichtschwert anscheinend eh jeder problemlos beherrschen zu können scheint, wie man an Finn sieht.
Was der kann, kann eh jeder
General Grievous, der erst von Dooku unterrichtet werden musste und
Luke, der nichtmal mit der Trainings-Kugel auf dem Falken klar kam
scheinen anscheinend echte Nulpen zu sein.
Tut mir leid, ich schweife ins sarkastische ab, aber der Film wartet
einfach mit so vielen Ungereimtheiten und Widersprüchen zum bisherigen
Kanon auf.
Vieles, aber nicht bedrohlich
Und dann kommen wir zu Kylo Ren. Was wurde diese Figur gehyped, um dann
letztendlich so ein schwacher Antagonist zu sein. Sorry, aber wer fand,
dass Anakin weinerlich war, was bitte ist dann Kylo Ren? Alleine die
Szene, dass er nicht von der Hellen Seite verführt werden will. Was für
ein Schwachsinn. Die einzige neue Komponente die dieser Film zum Mythos
hinzufügte, war wirklich dieser Schwachsinn, dass man von der Hellen
Seite verführt werden könnte?
Und hier war ganz zu Anfang schon eine Szene, wo der Humor mal nicht
passte und die Figur schon direkt albern gemacht wurde, als Poe meint,
er verstehe ihn so schlecht wegen der Maske.
Auch der wütende Kylo Ren ist einfach nur albern, statt bedrohlich. Alle
bisherigen Bösewichte wirkten bedrohlich (Maul), einschüchternd
(Vader), oder hinterlistig und intelligent (Dooku). Wenn Kylo Ren wie
ein kleines Kind mal eben die wichtige militärische Ausrüstung zerstört
ist er einfach nicht mehr ernst zu nehmen.
Ich hoffe, da kommt noch mehr
Captain Phasma ist noch ein Hype-Charakter, die im Film kaum eine Szene
hatte und auch auf sehr alberne Weise überwältigt und letztendlich durch
Finn lächerlich gemacht wurde. Ich hoffe da kommt in den nächsten
Teilen noch etwas nach.
Doch trotz aller Kritikpunkte, war es ein toller Film, mit tollen neuen
Figuren, die Lust darauf machen, mehr von Ihnen zu erfahren und wissen
zu wollen, wie es weitergeht. Und da liegt auch meine Hoffnung, dass die
nächsten Teile mir eine neue und gute Story präsentieren.
(Ich hoffe nur, dass die Snoke = Plagueis Theorie nicht stimmt. Es würde
nicht nur die Figur von Palpatine/Sidious abwerten, sondern auch die
Handlung der bisherigen Episoden.)
Still No. 1
Ich habe mir im Zuge von Episode VII auch nochmal alle Episoden von I -
VI, sowie auch den ersten Teil von Timothy Zahns Thrawn Trilogie, Erben
des Imperiums, durchgelesen, der ja im alten Universum den Status von
Episode VII inne hatte und bei dem auch viele gehofft hatten, dass diese
Trilogie entweder komplett verfilmt, oder immerhin starken Einfluss auf
die Story haben wird.
Mein Lieblingsteil ist und bleibt weiterhin Episode VI - Die Rückkehr
der Jedi-Ritter, soviel steht fest und ursprünglich wollte ich eine
Rangliste machen, welche Teile bei mir an welcher Stelle stehen, aber
aktuell wär ich mir tatsächlich noch zu unsicher.
Die bessere Fortsetzung
Und im Vergleich zu Erben des Imperiums?
Hier ist der Vergleich natürlich insofern schwieriger, da das eine ein
Buch ist, das andere ein Film. Trotzdem kann man die Stories, als auch
die Figuren vergleichen.
Was die Geschichte angeht, verliert Episode VII. Erben des Imperiums ist
hier die deutlich bessere Fortsetzung, da sie die Geschichte
tatsächlich fortsetzt, statt sie neu zu erzählen.
Bezüglich der neuen Charaktere ist es nicht so eindeutig. Episode VII
hat Rey, Finn, Poe und Maz. Erben des Imperiums hat dagegen Mara Jade,
Talon Karrde, Jorus C'Baoth und Thrawn. Hier tendier ich zum
unentschieden.
Mara und Rey teilen sich immerhin den Style
Was mich natürlich zum meiner ursprünglichen Abneigung gegen Episode VII
zurück bringt: Die Streichung des Erweiterten Universums. Ich konnte
mich mittlerweile damit anfreunden, indem ich es als zwei
Paralelluniversen betrachten kann.
Trotzdem frage ich mich, wieso man nicht versucht hat, wenigstens im
Ansatz Elemente des EU in den neuen Kanon zu integrieren. Es wäre ohne
Probleme möglich gewesen gewisse Charaktere mit etwas Anpassung zu
integrieren wie Mara Jade, Thrawn, Kyle Katarn, oder die Solo Kinder.
Man hätte damit die Fans des alten Erweiterten Universums glücklich
gemacht und trotzdem die Freiheit gehabt, die man jetzt haben wollte.
Noch dazu, wenn man bedenkt, wie viele Story-Elemente dem EU entliehen
worden sind: So war schon Kyle Katarn ein desertierter Sturmtruppler.
Man hätte seine Figur leicht in den "Rogue One"-Film integrieren können
und viele Fans wären zufrieden gewesen, dass eben doch Kyle Katarn es
gewesen ist, der zumindest am Diebstahl der Todesstern-Pläne beteiligt
gewesen wäre.
Der bessere Solo Jr.
Ebenso die Geschichte um den Sohn von Han und Leia, der der Dunklen
Seite
verfällt. Wieso hat man den Sohn nicht einfach Jacen genannt? Hier
hätte man auch die Idee aufgreifen können, dass Jacen mit Mara Jade
Luke's Frau tötet, was dem Konflikt zwischen den beiden noch mehr
Brisanz gegeben hätte. Wieso hat man Rey nicht einfach Jaina genannt?
(ganz nebenbei hieß im alten EU Luke's Sohn Ben, was irgendwie auch mehr
Sinn gemacht hat, da Leia und Han nie wirklich viel mit Obi-Wan zu tun
hatten)
Alles Punkte, die mich etwas ärgern. Aber nun ist es nunmal so und ich
freue mich trotz allem auf die nächsten Star Wars Filme. Vor allem auf
Rogue One dieses Jahr!
Wer bis hierhin noch gelesen hat. Vielen Dank dafür und ich freu mich auf Feedback :)
Möge die Macht mit dir sein!
Alleine diesen Monat mehr Artikel veröffentlicht als das ganze letzte Jahr über. Ich bin gerade echt mal produktiv. Andererseits bin ich auch gerade krank geschrieben, hab daher ja sonst auch nicht viel zu tun.
Gut abwaschen, Wäsche waschen, etc..... aber egal, lassen wir das Thema.
Jedenfalls, da ich echt viel Spaß daran hatte meinen Artikel über "Fighting Games" zu schreiben, wollte ich diese Reihe doch gleich mal fortsetzen mit einem anderen Genre:
Die Rede ist von Point and Click Adventures (wer hätte das gedacht, nachdem es schon so im Titel steht).
Monkey Island
Wer mit dem Begriff nicht wirklich vertraut ist, bei PaC Adventures handelt es sich um Spiele, bei denen man diverse Rätsel lösen muss, indem man Gegenstände miteinander kombiniert, Aktionen im jeweiligen Hintergrund ausführt, oder Gespräche mit Personen durch unterschiedliche Dialoge führt.
Das ganze geschieht, indem man mit der Maus auf Objekte, Personen, oder Befehle klickt, daher auch der Name "Point and Click".
Das Genre war in erster Linie in den 90er extrem populär. Bekannte Vertreter sind Titel wie "The Secret of Monkey Island", "Simon the Sorcerer", "Leisure Suit Larry", oder "Baphomets Fluch".
Zak McKracken
Zum ersten mal bin ich um 1992 herum auf das Genre gestoßen. Die Familie meines damaligen besten Freundes hatte viele technische Dinge, die damals noch alles anders als üblich waren, wie z.B. einen PC. Nicht, dass ich mit unserem C64 unzufrieden gewesen wäre, aber dieser PC konnte irgendwie noch mehr und da gab's Spiele, die waren auf dem C64 so nicht vorstellbar.
Dort hab ich dann zum ersten mal "Zak McKracken", sowie eine Demo von "The Secret of Monkey Island" gesehen und beides hat mich sofort total begeistert. Diese Möglichkeiten mit der Umgebung zu interagieren und sich in dieser mehr, oder weniger frei zu bewegen, fand ich einfach toll. Noch dazu war es auch total witzig.
C64 Version von Zak
Dass es von "Zak McKracken" auch eine Version für den C64 gab, wusste ich damals noch nicht. Hätte ich es gewusst, ich hätte bestimmt alle meine Disketten durchforstet, um selber eine Version zu finden, die ich hätte spielen können.
Die Geburtsstunde der PaC Adventures kann man auf das Jahr 1986 mit dem Spiel "Labyrinth" von LucasFilm Games datieren, die sich später in LucasArts umbenennen sollten. Und ja, diese Firma wurde von George Lucas, dem Schöpfer von Star Wars und Indiana Jones, gegründet.
Labyrinth
Das Spiel war dabei die Umsetzung des von George Lucas und Jim Henson (ja, der von den Muppets) produzierten Films "Die Reise ins Labyrinth", in dem u.a. David Bowie eine der Hauptrollen spielte. Viele illustre Namen nicht wahr? Aber es kommt noch besser.
Mit an der Spielumsetzung arbeitete auch ein gewisser Douglas Adams und ja, das ist der, der "Per Anhalter durch die Galaxis" geschrieben hat.
Zork
Es ist nicht so, dass es nicht schon vor "Labyrinth" Adventures gegeben hätte, nein das Genre hat seine Wurzeln im Prinzip bei textbasierten Spielen wie "Zork" (1980), bei dem man nur einen Text hatte und die Befehle eingeben musste und darauf hoffen, dass das Spiel diese auch erkannte.
Das Genre bekam mit "Mystery House" (1980) seine erste grafische Oberfläche, aber auch hier musste man Befehle weiterhin per Hand eingeben.
Mystery House
"Mystery House" war dabei übrigens von einer gewissen Roberta Williams, zusammen mit ihrem Eheman Ken Williams entwickelt, die beide auch das Entwicklerstudio On-Line Systems gründeten, das sich später in eine gewisse Firma namens Sierra Entertainment umbenennen sollte.
Roberta Williams schuf 1984 mit "King's Quest I: Quest for the Crown" dann auch da erste farbige richtige Grafkadventure, aber auch hier war die Steuerung weiterhin textbasiert.
King's Quest
Diese textbasierte Steuerung war nicht nur umständlich, auch musste man wie gesagt hoffen, dass die Spiele die jeweiligen Eingaben erkannten.
Mit "Labyrinth" änderte sich das. Programmierer David Fox entwickelte dafür ein System, bei dem man auf ein Objekt, oder eine Person am Bildschirm klickt und einem daraufhin am unteren Rand diverse Verben vorgeschlagen werden, die man im Anschluß mit weiteren vorgeschlagenen Aktionen zu Befehlen verknüpfen konnte.
Maniac Mansion
"Labyrinth" war daher schon ein Quantensprung im Genre, der aber nochmal vom nächsten LucasFilm Adventure getoppt wurde, dem 1987 erschienenen "Maniac Mansion". Entwickler Ron Gilbert baute das von David Fox entwickelte System noch weiter aus und machte daraus das SCUMM-Interface. SCUMM hat dabei nichts mit dem englischen Wort "Scum" für Müll zu tun, sondern steht für "Script Creation Utility for Maniac Mansion".
Beim SCUMM-Interface hatte man nun direkt am unteren Bildschirmrand mehrere Verben, sowie die bereits eingesammelten Gegenstände, stehen. Diese Verben konnte man nun mit Objekten, Personen, oder den Gegenständen im Inventar zu Befehlen verbinden.
Die Gespräche mit Personen wurden dabei über mehrere Antwortmöglichkeiten geführt.
Kettensäge, aber nirgendwo Benzin...
1988 kam dann der Nachfolger von "Maniac Mansion" mit "Zak McKracken and the Alien Mindbenders" auf den Markt. Das Spiel war sowohl vom Interface, als auch der Grafik, exakt wie "Maniac Mansion". Auch die Möglichkeit zwischen mehreren Charakteren zu wechseln wurde beibehalten.
Neu war hier nur, dass es sich, im Gegensatz zu "Maniac Mansion", dass nur in Dr. Fred's Haus statt fand, an mehreren Schauplätzen rund um den Globus und sogar auf dem Mars abspielte.
... das gabs nämlich hier
Obwohl "Zak McKracken" keine inhaltliche Fortsetzung ist, gibt es doch eine große Überschneidung mit "Maniac Mansion". So suchte man in "Maniac Mansion" vergebens das Benzin für die Kettensäge. Dieses Benzin fand man erst in "Zak McKracken" auf dem Mars und wenn man es nehmen wollte, erhielt man die Info, dass das Benzin in einem anderen Spiel benötigt werde.
Diese Art von Inside-Jokes wurden ein Markenzeichen von LucasArts spielen.
Doch nicht nur die Spiele untereinander, sondern auch andere LucasFilm Franchises wie Star Wars, oder Indiana Jones wurden immer wieder zitiert. Von popkulterellen Referenzen ganz zu schweigen.
Indy 3
Das Jahr 1989 brachte nicht nur den Film "Indiana Jones und der letzte Kreuzzug", er brachte auch das dazugehörige PaC Adventure von LucasArts: "Indiana Jones and the last Crusade" aka. Indy 3, dass im Gegensatz zu den vorherigen Teilen auch kleinere Actionsequenzen hatte. Die Story orientierte sich dabei im großen und ganzen am Film, dennoch mussten natürlich Änderungen eingebaut werden, da sonst Filmkenner ja bereits jedes Rätsel gewusst hätten.
Loom
1990 brachte LucasFilm Games gleich zwei neue Adventures heraus. Eines davon war experimentell, das andere der bisher größte Erfolg und bis heute ein Klassiker des Genres.
Das experimentelle war "Loom" von Brian Moriarty. Das SCUMM-Interface wurde hier etwas überarbeitet, so dass man nicht mehr über Verben steuerte, sondern über Musiknoten (die Stücke waren dabei alle von Tschaikowsky).
Das andere, naja, wer etwas bewandert im Genre ist, wird es schon wissen, es war natürlich "The Secret of Monkey Island" von Ron Gilbert, Tim Schafer und Dave Grossman und dem tollen Soundtrack von Michael Z. Land.
Monkey Island
Das Spiel änderte das SCUMM-Interface erstmal leicht ab, was sich in weniger Verben spiegelte. Was es aber tatsächlich so besonders machte, waren der Humor und die Rätsel. Ich will aber gar nicht zu viel davon erzählen, denn wer es gespielt hat, weiß bescheid und wer nicht, spielt es! Ihr werdet es auf keinen Fall bereuen!
Auch führte LucasFilm Games hier zum ersten mal ein, dass man in einem Spiel nicht sterben konnte, was zukünftig Standard bei all ihren Adventures werden sollte (mit einer Ausnahme, aber dazu komme ich später noch).
King's Quest V
In diesem Jahr stieg aber noch ein weiterer Entwickler auf den Point and Click Zug auf und zwar On-Line Systems, die mittlerweile Sierra On-Line
hießen. Wie weiter oben schon erwähnt, brachten diese ebenfalls
Adventures auf den Markt und um 1990 herum waren das sogar schon einige,
darunter u.a. die Erstlingswerke des schon erwähnten "King's Quest",
sowie auch "Police Quest", "Space Quest", "Quest for Glory" (das Rollenspielelemente hatte) und "Leisure Suit Larry" von Al
Lowe.
Leisure Suit Larry 5
Diese Teile waren aber allesamt noch keine Point and Click
Adventures. Das änderte sich erst ab 1990 mit den folgenden Spielen: "King's Quest V: Abscence Makes the Heart Go Yonder!", "Laura Bow: The Dagger of Amon Ra", "Leisure Suit Larry 5: Passionate Patti Does a Little Undercover Work" und "Police Quest III: The Kindred".
Sierra setzte auf ein alternatives Steuerungssystem, so dass der Mauszeiger meist schon alle wichtigen Befehle vorher erkannte.
Neben LucasArts war Sierra die zweite große Firma, deren Name heute untrennbar mit der Geschichte des Genres verbunden ist.
Monkey Island 2
Nur ein Jahr nach dem überragenden Erfolg von "Monkey Island" brachte LucasArts, wie LucasFilm Games mittlerweile hieß, bereits die Fortsetzung "Monkey Island 2: Le Chuck's Revenge" auf den Markt. Das Spiel hatte eine erneut überarbeitete Version des SCUMM-Interfaces, das auf weitere Verben verzichtete und mit einem optischen Inventar aufwartete. Das Spiel toppte den ersten Teil noch und wird von vielen bis heute als der beste Teil der Reihe angesehen.
Sierra war natürlich ebenfalls nicht untätig und brachte gleich drei neue Titel mit "Space Quest IV: Roger Wilco and the Time Rippers", "The Adventures of Willy Beamish" und "Gobliiins".
Indy 4
Das Jahr 1992 kam und während ich in diesem Jahr gerade mal mit dem Genre in Berührung kam, waren von Sierra und LucasArts bereits einige Titel veröffentlicht worden.
Und letztere brachten in diesem Jahr auch einen Titel, der bis heute zu meinen All Time Favorites gehört und zwar "Indiana Jones and the Fate of Atlantis". Im Gegensatz zu Indy 3 hatte dieser Teil keine Filmvorlage, sondern eine von Hal Barwood und Noah Falstein komplett neu geschriebene Geschichte. Diese war so gut, dass der Titel von vielen lange Zeit als der vierte Teil der Indiana Jones Geschichten angesehen und daher auch Indy 4 genannt wurde.
Das besondere war auch, dass man drei verschiedene Lösungswege hatte. Diese führten zwar alle zum selben Ende, jedoch waren die Geschichte und Rätsel mittendrin dadurch z.T. komplett anders.
Indy 4 war ansonsten auch das erste Spiel, dass eine CD-Rom Veröffentlichung, inkl. kompletter Sprachausgabe, erhielt, was ein Standard folgender LucasArts Titel wurde. Achja und Indy 4 ist übrigens das Spiel, wo man dann doch noch sterben konnte.
Quest for Glory 3
Sierra ließ sich dieses Jahr natürlich auch mal wieder nicht lumpen und hatte wieder einen ordentlichen Spiele Output mit "Conquests of the Longbow: The Legend of Robin Hood", "Quest for Glory 3: Wages of War" und "Gobliiins 2: The Prince Buffoon".
Point and Click Adventures waren mittlerweile ein einträgliches Geschäft geworden, daher ist es ein Wunder, dass es bis 1992 gedauert hat, ehe sich auch weitere Mitbewerber daran versuchten. Viele waren es immer noch nicht, doch zwei weitere kamen
The Legend of Kyrandia
dieses Jahr dazu. Einmal der britische Entwickler Revolution Software mit "Lure of the Temptress", sowie Westwood, besser bekannt für ihre "Command & Conquer" Reihe", mit "The Legend of Kyrandia: Book I".
"Lure of the Temptress", wie auch einige andere Titel gibts übrigens mittlerweile zum freien Download, u.a. hier.
Maniac Mansion für NES
Obwohl ich 1993 immer noch nicht viel Ahnung von der großen Welt der Adventures hatte, hatte es mir aber auf jeden Fall weiterhin "Zak McKracken" angetan. In dem NES Spieleberater von Nintendo sah ich dann auch, dass es ein Spiel namens "Maniac Mansion" für das NES gab. Jep, es gab tatsächlich einen Port dafür. Ich hatte aber weder einen PC, noch ein NES, daher waren diese Art von Spiele weiterhin außerhalb meiner Reichweite. In meiner kindlichen Vorstellungskraft dachte ich mir daher mein eigenes Adventure, dass eine Kopie aus "Zak" und "Maniac" war, aus und gestaltete ganze Räume, die man besuchen konnte, auf Blatt und Papier.
Day of the Tentacle
In der tatsächlichen Spielewelt außerhalb meines Kopfes tat sich aber einiges und ein zweiter All Time Favorite von mir erblickte in diesem Jahr das Licht der Welt und zwar die Fortsetzung von "Maniac Mansion": "Day of the Tentacle" (aka. DOTT).
Weird Ed
Das Spiel setzte komplett auf Comic-Grafik und abgedrehten Humor. Das besondere war, dass man, wie schon im Vorgänger, erneut die Kontrolle über drei verschiedene Charaktere hatte. Diese konnte man zwar nicht mehr frei wählen, der eigentliche Clou war aber sowieso ein ganz anderer, denn alle drei waren in unterschiedlichen Zeitebenen, was die Rätsel noch verschachtelter machte.
Als kleiner Bonus war das komplette "Maniac Mansion" als Spiel im Spiel enthalten und man konnte es über einen PC in Weird Ed's Zimmer spielen.
Sam & Max
DOTT war auch der letzte Teil, der auf das klassische SCUMM-Interface setzte. Das im selben Jahr veröffentlichte "Sam & Max Hit the Road" von Michael Stemmle und Steve Purcell wandelte das SCUMM-Interface in eine Variante um, die dem der Sierra Spiele ähnlich war.
Und wo wir schon bei Sierra sind, diese brachten in diesem Jahr viele, und ich meine wirklich viele, neue Titel: "Quest for Glory 4: Shadows of Darkness", "Freddy Pharkas: Frontier Pharmacist", "Gabriel Knight: Sins of the Fathers", dass von der Mystery Autorin Jane Jensen geschrieben wurde, "King's Quest VI: Heir Today, Gone Tomorrow", "Leisure Suit Larry 6: Shape Up or Slip Out", "Space Quest V: Roger Wilco The next Mutation", "Police Quest IV: Open Season", "The Prophecy" und "Goblins 3" (ja tatsächlich nur mit einem "i").
Simon the Sorcerer
Mit "The Legend of Kyrandia: Book II The Hand of Fate" schickte auch Westwood einen Nachfolger ins Rennen.
Achja, da gab's dieses Jahr ja noch ein Spiel, was auf den Markt kam. Eine bis dato eher unbekannte britische Software-Schmiede mit dem Namen Adventure Soft entwickelte einen Titel mit dem Namen "Simon the Sorcerer". Heute ebenfalls ein Klassiker des Genres.
Victor Loomes
Aufgrund des Erfolg des Genres beauftragen mittlerweile auch größere Unternehmen Entwickler damit, dass diese ihnen Werbespiele programmierten, die diese Unternehmen dann kostenlos verteilen konnten. Ich will jetzt nicht alle aufzählen, die es so gab, aber ein paar will ich dann doch nennen und gerade das Studio The Art Department brachte dabei einige wirklich brauchbare Spiele heraus, wie das 1993 im Auftrag der Deutschen Telekom erschienene "Das Telekommando kehrt zurück". Ebenfalls nicht zu verachten ist "Victor Loomes" von Promotion Software, dass im Auftrag der LBS entwickelt wurde.
Woodruff
Spätestens jetzt also waren die PaC Adventures, speziell auf dem europäischen Kontinent, eines der dominantesten Genres überhaupt. Umso verwunderlicher war es daher, dass der Gerne Primus LucasArts 1994 keinen einzigen Titel veröffentlichte.
Auch Sierra war in diesem Jahr mit den Veröffentlichungen von "King's Quest VII: Die prinzenlose Braut", sowie "Woodruff and the Schnibble of Azimuth" geradezu zurückhaltend.
Westwood hingegen komplettierte derweil seine Kyrandia Trilogie mit "The Legend of Kyrandia: Book III Malcolm's Revenge".
Und sonst? Revolution Software brachte mit dem Cyberpunk Adventure "Beneath a Steel Sky" ebenfalls einen neuen Titel auf Markt.
Zum Romanzyklus "Höhlenweltsaga" von Harald Evers brachte das Studio
Benath a Steel Sky
Weltenschmiede auch ein Adventure mit dem Titel "Die Höhlenwelt Saga: Der leuchtende Kristall" und dann gab es noch "Erben der Erde: Die große Suche" von The Dreamers Guild.
Werbespiele gab's natürlich auch dieses Jahr wieder und erneut stach The Art Department heraus, einerseits mit "Captain Zins" im Auftrag der Dresdner Bank, aber vor allem mit "Dunkle Schatten" im Auftrag der SPD.
Maniac Mansion für C64
Ich, weiterhin der Zeit hinterher, sah bei meinem Cousin in diesem Jahr zum
ersten mal "Day of the Tentacle". Was soll ich sagen, das Spiel hatte mich natürlich auch sofort. Aber ein eigener PC war immer noch nicht in Sicht, von daher auch noch keine Möglichkeit das ganze mal selber spielen zu können.
Dafür bekam ich aber von einem Onkel von mir seinen alten C128 (Nachfolgemodell des C64) und auf einer alten C64 Diskette fand ich tatsächlich "Maniac Mansion". So konnte ich dann doch auch ein PaC zocken.
Falls bei jemand die berechtige Frage aufkam, warum ich das ganze nicht schon vorher auf dem C64 zockte?
Nun, mein Bruder hatte unseren C64 ein Jahr vorher verkauft. Vom Verkaufserlös bekam ich übrigens nie was ab. Warum ich das zuließ? Nun, ich war 10, klein und schwach, mein Bruder 14, groß und stark. Er hatte daher die besseren Argumente.
Vollgas
Somit kam auch das Jahr 1995 und es kamen einige neue Titel, von denen ich nichts mitbekommen habe.
Dabei kann man 1995 wirklich als das das Boomjahr des Genres sehen und wenn man den mega Output von Sierra aus dem Jahr 1993 weg lässt, kamen nie mehr so viele Titel heraus wie in diesem Jahr.
LucasArts brachte "Vollgas (Full Throttle)", dass mit einigen Actionszenen aufwartete. Von Sierra kamen die Fortsetzungen "Gabriel Knight 2 - The Beast Within" (das statt auf gezeichnete Sprites, auf digitalisierte Schauspieler setzte), "Space Quest VI: Roger Wilco in the Spinal Frontier", sowie die neuen Titel "Phantasmagoria" und "Torin's Passage".
Das großartige "Simon the Sorcerer" wurde mit dem noch besseren Nachfolger "Simon the Sorcerer 2: Der Löwe, der Zauberer & der Schrank" von Adventure Soft fortgesetzt und dann waren da die ganzen Newcomer:
Flight of the Amazon Queen
* "Touché: The Adventures of the Fifth Musketeer" von Clipper Software
* "Chewy: Esc from F5" von New Generation Software
* "Das Rätsel des Master Lu" von Sanctuary Woods (basierend auf Geschichten von Robert Ripley)
* "Discworld" von Perfect Entertainment (basierend auf Terry Pratchett's Scheibenwelt)
* "Flight of the Amazon Queen" von Interactive Binary Illusions
* "Prisoner of Ice" von Infogrames (basierend auf H.P. Lovecraft's Call-of-Cthulhu-Mythos)
* "Talisman" von Software 2000
* "Teenagent" von Metropolis Software House
Einiges also los gewesen im Jahr 1995 und auch wenn es 1996 insgesamt wieder ruhiger wurde, kam da doch noch einiges neues nach.
Dazu aber gleich, denn ich bekam 1996 endlich meinen ersten eigenen PC und natürlich war eines der ersten Spiele, die ich mir holte, dann auch gleich "Day of the Tentacle". Innerhalb der folgenden zwei Jahre kamen da auch Monkey Island 2, Indy 4, Sam & Max, Simon 2, Larry 5 und die Sammlung "LucasArts Classic Adventures", die Maniac Mansion, Zak, Monkey Island 1, Loom und Indy 3 enthielt, dazu.
Man hat es vielleicht während des Textes schon gemerkt, obwohl ich das
Genre als ganzes mochte, haben es mir vor allem die Titel von LucasArts
angetan.
Und wie gesagt kamen ja auch neue Titel auf den Markt, von denen natürlich auch einige den Weg in mein CD-Rom Laufwerk finden sollten.
The Dig
Dass in diesem Jahr von LucasArts erschienene "The Dig", dass in Zusammenarbeit mit Steven Spielberg entstand, habe ich mir allerdings erst Jahre später geholt und durchgespielt.
Ansonsten kam von LucasArts auch noch "Indiana Jones and His Desktop Adventures", das bei jedem Start eine zufällige Karte generierte und man in der Draufsicht die Rätsel in klassischer Point and Click Manier lösen musste.
Baphomets Fluch
Sierra hatte natürlich auch wieder einige Titel in petto mit "Leisure Suit Larry 7 - Yacht nach Liebe" (der vorerst letzte Teil der klassischen Larry-Reihe von Al Lowe), "Phantasmorgia 2: Labor des Grauens" und "Lighthouse".
Mit "Baphomets Fluch" meldete sich auch Revolution Software mal wieder zurück und bescherte uns einen weiteren Klassiker des Genres.
Und mit "Discworld II – Vermutlich vermisst…!?" legte Perfect Entertainment bereits dieses Jahr einen Nachfolger zu ihrem Erstling vor.
Ebenfalls erwähnt werden sollte, dass das von The Art Department entwickelte ehemalige Werbeprodukt "Dunkle Schatten" mit "Dunkle Schatten 2" einen sehr guten Nachfolger erhielt.
Toonstruck
Ansonsten gabs auch dieses Jahr wieder einige Neueinsteiger ins Genre:
* "3 Skulls of the Toltecs" von Revistronic
* "Fable" von Simbiosis Interactive (steht in keinem Zusammenhang zur späteren Reihe mit dem selben Namen)
* "The Gene Machine" von Divide By Zero
* "Toonstruck" von Burst Studios (die Hauptfigur wird hier gespielt von Christopher Lloyd)
Monkey Island 3
1997 brachte LucasArts den lange erwarteten dritten Teil der Monkey Island Reihe mit "The Curse of Monkey Island" von Jonathan Ackley und Larry Ahern. Dieser Teil unterschied sich von den beiden Vorgängern durch eine Comic-Grafik, die zwar erstmal gewöhnungsbedürftig, auf jeden Fall aber objektiv betrachtet sehr schön war.
Zumindest in meinen Augen war das Spiel auch ein würdiger Nachfolger, der sehr viel Spaß gemacht hat.
Monkey Island 3 war dabei auch der letzte Teil, der auf das SCUMM-Interface setzte.
Han Solo Adventures
Ein
spielerischer Nachfolger von Indys Desktop Abenteuern erfolgte in Form von "Star Wars: Yoda Stories", bei dem man als Luke Yoda's Training auf Dagobah komplettierte. Leider ist es auch das einzige Star Wars
Spiel das in Adventure Form erschien und ich finde es bis heute schade,
dass LucasArts nie ein "richtiges" Point and Click Adventure im Star
Wars Universum entwickelt hat.
Allerdings gab es um 2009/10 herum ein Fanprojekt, dass sich "Han Solo Adventures" nannte. Leider wurde das Spiel nie fertigestellt.
Von Sierra? Von denen kam dieses
Jahr nichts und viel sollte auch nicht mehr kommen, denn was das Jahr 1997
auch gezeigt hat, war, dass die große Zeit des Genres vorbei war. Point and Click
Adventures brachten nach dem Boom und der Übersättigung Mitte der 90er
Jahre nicht mehr die Verkaufszahlen, die man
Warcraft Adventures
sich davon erhoffte. Das führte nicht nur dazu, dass Sierra bekannte Reihen entweder einstellte, oder als andere Genres fortführte, wie "King's Quest", sondern dazu, dass Games, die im Prinzip schon fertig waren, wie Blizzard's "Warcraft Adventures: Lord of the Clans", einfach gecancelled wurden.
Tot war das Genre aber noch nicht, was sich sowohl an Revolution Software's "Baphomets Fluch 2: Der Spiegel der Finsternis" zeigte, als auch an Adventures Softs "Floyd: Es gibt noch Helden".
Blade Runner
Mit "Blade Runner" meldete sich auch Westwood zurück und lieferte ein Hammer Adventure ab, dass parallel zur Story des Film spielt. Mehr dazu von mir, kann man hier nachlesen.
Es kam sogar ein neuer Titel in die Läden mit "Bud Tucker in Double Trouble" von Merit Software und mit "Captain Gysi und das Raumschiff Bonn" mit dem die PDS warb, gabs auch dieses Jahr noch ein Werbespiel.
Grim Fandango
Mit "Grim Fandango" versuchte sich LucasArts 1998 an einer Erneuerung des Genres, da es nicht nur die SCUMM-Steuerung über Bord warf, sondern auch komplett in 3D war.
Die neue Steuerung erfolgte dabei über eine Mischung aus Maus und Tastatur.
Von den anderen großen Studios kam dieses Jahr allerdings kein einziger Titel auf den Markt.
Gabriel Knight 3
1999 kam dann auch nichts von LucasArts. Bzw. nicht wirklich, es folgte mit "Indiana Jones und der Turm von Babel" ein neues Indiana Jones Spiel das zwar storytechnisch eine Fortsetzung von Indy 4 war, jedoch ein Action Adventure im Stile von "Tomb Raider" und kein PaC Adventure mehr. Dafür meldete sich allerdings Sierra mit "Gabriel Knight 3: Blut der Heiligen, Blut der Verdammten" zurück und auch Perfect Entertainment brachte mit "Discworld Noir" wieder einen Titel ihrer Discworld Reihe.
Von Topware Interactive erschien 99 ansonsten das Spiel "Galador - Der Fluch des Prinzen".
Monkey Island 4
Das neue Jahrtausend brachte dann LucasArts' letzten Versuch im Genre mit "Escape from Monkey Island". Die Steuerung war die selbe, wie schon bei "Grim Fandango", womit viele Fans ein Problem hatten, obwohl der Humor und die Rätsel im Spiel gewohnt gut waren.
Ansonsten war das Genre mittlerweile nur noch ein Nischengenre und ich selber verlor auch erstmal das Interesse daran, weswegen Monkey Island 4 auch der vorerst letzte Titel war, den ich mir holte und durchspielte.
Simon 4
Doch was passierte sonst so in den 2000ern? Nun die Fortsetzung von "Simon the Sorcerer" aus dem Jahre 2002 mit dem Titel "Simon the Sorcerer 3D" wurde zum einen mit Headfirst Productions von einem neuen Entwickler produziert und legte andererseits auch die Point and Click Steuerrung komplett ab. Erst die beiden Nachfolger "Simon the Sorcerer: Chaos ist das halbe Leben" (2005), das in Zusammenarbeit mit den Simon-Erfindern Simon und Mike Woodroffe von Silver Style Entertainment entwickelt wurde, wie auch "Simon the Sorcerer: Wer will schon Kontakt?" (2007) vom selben Entwickler, kehrten wieder zur klassischen Point and Click Steuerung zurück.
Baphomets Fluch 4
Der "Baphomets Fluch" Reihe erging es dabei, mit Ausnahme dass hier kein Entwickler gewechselt wurde, ganz ähnlich, so war der dritte Teil "Baphomets Fluch: Der schlafende Drache" (2003) ebenfalls in 3D und im Prinzip kein PaC Adventure mehr, der folgende Teil "Baphomets Fluch: Der Engel des Todes" (2006) ging dann aber ebenfalls wieder zur Point and Click Steuerung über.
Auch Larry kehrte noch zweimal zurück, jedoch nicht der Original Larry, sondern dessen Neffe. Die beiden Adventures wurden auch nicht mehr von Al Lowe und Sierra entwickelt, sondern einmal von High Voltage Software das "Leisure Suit Larry: Magna Cum Laude" (2004) entwickelte und von Team17 das "Leisure Suit Larry: Box Office Bust" von 2009 entwickelte
Zak 2
2008 wurde das Fanprojekt "Zak McKracken Between Time and Space" von The Artificial Hair Brothers released, das eine inoffizielle Fortsetzung von "Zak McKracken and the Alien Mindbenders" ist. Auch wenn es nur inoffiziell ist, kann ich das Spiel jedem Fan des Originals nur ans Herz legen. Herunterladen kann man das Spiel hier.
Wie man sehen kann, auch wenn das Genre in den 2000ern bei weitem nicht mehr die Bedeutung wie noch in den 90ern hatte, so war es dennoch noch präsent. Durch eine ganz bestimmte Firma, waren sie sogar mehr als präsent. Denn 2004 gründeten ehemalige LucasArts Mitarbeiter, u.a. Dave Grossmann und Michael Stemmle, Telltale Games und machten dort da weiter, wo sie bei LucasArts aufgehört hatten und brachten gleich mehrere Titel heraus:
Monkey Island 5
* Bone: Out from Boneville (2005) - Basierend auf dem Comic von Jeff Smith * CSI: 3 Dimensions of Murder (2006) * Bone: The Great Cow Race (2006) * Sam & Max Save the World (2006) * CSI: Hard Evidence (2007) * Sam & Max Beyond Time and Space (2007) * Strong Bad's Cool Game for Attractive People (2008) * Wallace & Gromit's Grand Adventures (2009) * Tales of Monkey Island (2009) - Fünfter Teil der Monkey Island Reihe * CSI: Deadly Intent (2009)
Monkey Island Special Edition
2009 war dabei allgemein ein gutes Jahr für Fans von Monkey Island, nicht nur kam das wirklich gute "Tales of Monkey Island", gleichzeitig brachte LucasArts auch ein HD Remake, inkl. Sprachausgabe, des ersten Monkey Island heraus.
Die Jahre 2008 und 2009 mit dem neuen "Zak"-Teil, sowie den beiden "Monkey Islands", brachte mich dann auch wieder zurück ins Genre. Wenn auch bei weitem nicht mehr so stark, wie noch in den 90ern.
Runaway
Hier noch eine Auflistung, welche Spiele ansonsten in den 2000ern erschienen sind: * "Runaway - A Road Adventure" (2002) von Pendulo Studios * "Black Mirror - Der dunkle Spiegel der Seele" (2003) von Future Games * "Tony Tough - Night of the Roasted Moth" (2003) von shoe box * "Fenimore Fillmore - The Westerner" (2004) von Crimson Cow (Fortsetzung von "Three Skulls of the Toltecs") * "The Moment of Silence" (2004) von House of Tales * "Geheimakte Tunguska" (2006) von Deep Silver * "Runaway 2 - The Dream of the Turtle" (2006) von Pendulo Studios * "Tony Tough 2 - Der Klugscheißer kehrt zurück" (2006) von Anaconda * "Jack Keane" (2007) von deck13 * "Geheimakte 2 - Puritas Cordis" (2008) von Deep Silver * "Edna bricht aus" (2008) von Daedalic Entertainment * "Black Mirror II" (2009) von Cranberry Production * "Machinarium" (2009) von Amanita Design
Monkey Island 2 Special Edition
Das aktuelle Jahrzehnt brachte uns auch wieder einige neue Titel, wie 2010 das HD Remake von "Monkey Island 2" von LucasArts. Ansonsten haben sich Daedalic Entertainment, die Macher des 2008 erschienenen "Edna bricht aus", zu einer neuen Instanz im Genre entwickelt. So brachten diese mit "Harveys neue Augen" (2011), "Deponia" (2012), "Chaos auf Deponia" (2012), Goodbye Deponia" (2013) und Deponia Doomsday" (2016) gleich fünf Titel dieses Jahrzehnt auf den Markt. Auch Deep Silver, die Schöpfer der "Geheimakte"-Reihe brachten mit
Deponia
"Geheimakte 3" (2012) und "Geheimakte Sam Peters" (2013), zwei neue Titel heraus und auch ein neuer "Black Mirror" Teil kam mit "Black Mirror III" (2011) von Cranberry Production. Weitere Spiele dieses Jahrzehnt waren dann noch "Botanicula" (2012) von Amanita Design und "The Vanishing of Ethan Carter" (2014) von The Adventure Company.
Larry Reloaded
Achja, auch Larry, der Originale, kam 2013 mit "Leisure Suit Larry: Reloaded" von N-Fusion Interactive, in Zusammenarbeit mit Al Lowe, zurück und im selben Jahr kam mit "Baphomets Fluch: Der Sündenfall" von Revolution Software auch von dieser Reihe wieder eine Fortsetzung.
Und vor allem Telltale brachte wieder richtig viele Titel, darunter speziell zu erwähnen "Back to the Future: The Game" von 2010. Und man kann sich streiten, ob spätere Titel von Telltalte noch klassische PaC Adventure sind, auf jeden Fall lebt damit das Genre bis heute weiter. Hier eine Liste, was Telltale in diesem Jahrzehnt bisher veröffentlicht hat:
Back to the Future
* Back to the Future: The Game (2010) * Sam & Max: The Devil's Playhouse (2010) * Nelson Tethers: Puzzle Agent (2010) * CSI: Fatal Conspiracy (2010) * Puzzle Agent 2 (2011).
* Jurassic Park: The Game (2011)
* Law & Order: Legacies (2011)
* The Walking Dead (2012)
* The Wolf Among Us (2013)
* The Walking Dead: Season Two (2013)
* Tales from the Borderlands (2014)
* Game of Thrones (2014)
* Minecraft: Story Mode (2015)
* The Walking Dead: Michonne (2016)
* Batman: The Telltale Series (2016)
* The Walking Dead: A New Frontier (2016)
DOTT Remastered
Von Double Fine Productions, der bereits 2000 gegründeten Firma zweier anderer ehemaliger LucasArts Mitarbeiter (Tim Schafer und Ron Gilbert) gab es dann 2015 auch ein Remake von "Grim Fandango" und 2016 eines von "Day of the Tentacle".
Thimbleweed Park
Und was bringt die Zukunft so? Für dieses Jahr sind "Thimbleweed Park" von Terrible Toybox, Ron Gilberts aktueller Firma, geplant. Telltale Games will "Guardians of the Galaxy: The Telltale Series" und noch ohne genauen Release Termin sind das Fanprojekt "Night of the Meteor" von Edison Interactive, sowie ebenfalls von Telltale "Game of Thrones: Season Two".
ScummVM
Sollte jemand von euch jetzt Lust bekommen haben, einige der Klassiker aus den 80er und 90ern zu spielen, aber dabei gemerkt haben "ach verdammt, auf meinem modernen Rechner laufen die Teile gar nicht mehr". Kein Problem, dafür gibt es das tolle Programm ScummVM, mit dem ihr so gut wie alle Klassiker der damaligen Zeit wieder spielen könnt: https://www.scummvm.org/
Die entsprechenden Spiele müsst ihr aber schon selber noch haben, oder euch irgendwo besorgen :)
Und ganz zum Abschluß, hier noch ein Link zum tollen Trailer von "Night of the Meteor" einem Fan Remake von "Maniac Mansion" im Stile von "Day of the Tentacle":